Kleingartenpark Rosenthal Nord e.V.
Tipps für den Garten
zurück zur Übersicht

Dieser Beitrag wurde verfasst von:

F├╝r den Inhalt dieses Beitrags ist ausschlie├člich der Verfasser verantwortlich.

Zum Beitrag des Verfassers
Verfasst am 02.05.2022 um 12:41 Uhr

Die richtige Leiter für den Garten    

Auswahl und Ratschläge zur sicheren Verwendung    

Eine Leiter ist im Garten ein unverzichtbares Hilfsmittel, um auch in höhere Bereiche zu gelangen, die vom Boden aus nicht zu erreichen wären. Für jede notwendige Tätigkeit sollte die geeignete Leiter ausgesucht werden. Bevor also eine Kaufentscheidung fällt, ist eine Bedarfsanalyse aufzustellen. Unter anderem sollten Sie sich folgende Fragen beantworten:


• Wie hoch muss die Leiter sein?

• Was für einen Standfuß hat die Leiter (Untergrund)?

• Wie schwer ist die Leiter (Materialauswahl)?

• Wie breit ist die Leiter?

Von klein bis groß

Tritt (bis zu 1 m Höhe): Für Arbeiten in geringer Höhe. Meist Verwendung im Innenbereich.

Stehleitern (bis zu 3 m Höhe): Für größere Höhen geeignet, ist frei aufstellbar, ein- oder zweiseitig begehbar, mit Stufen oder Sprossen.

Anlegeleitern (bis zu 6,5 m Höhe): Für höhere Arbeiten als bei Stehleitern geeignet, haben einen geringeren Platzbedarf als Stehleitern. Beachtet werden sollte jedoch, dass die obersten vier Sprossen (ca. 1 m) nicht bestiegen werden dürfen. Anlegeleitern sind einteilige unbewegliche Leitern.

Das Arbeiten mit Anlegeleitern sollte möglichst nur mit Sicherungen erfolgen. Entweder durch Einhak- oder Einhängevorrichtungen, Aufsatzbrett oder Gummianleger und das Anbinden des Leiterkopfes. Problem bei allen Anlegeleitern ist das seitliche Wegrutschen. Ein weiterer Punkt ist der richtige Anstellwinkel. Dieser muss 68° bis 75° betragen. Dies wird in der Praxis mit der so genannten „Ellenbogenprobe“ überprüft.


Mehrzweckleitern/Universalleitern (bis zu 8 m Höhe): Sie besitzt drei variable Gelenke und bildet eine Zwischenform aus Steh- und Anlegeleiter sowie Podest. Wird kein Gelenk angewinkelt, kann sie als Anlehnleiter verwendet werden. Wird das mittlere Gelenk angewinkelt, wird sie zur beidseitig begehbaren Stehleiter. Mit entsprechendem Belag und Anwinkelung beider Außengelenke kann sie als Podest genutzt werden.


Obstbaumleiter: Sie ist eine Sonderform der Anlegeleiter für den Gartenbau. Sie sollte mit Spitzen an den Füßen und ein oder zwei beweglichen Stützspitzen ausgestattet sein, die sich in den Boden bohren und so einen sicheren Stand gewährleisten. Trotzdem sollten Sie auch bei diesen Leitern das obere Ende am Baum befestigen.


Teleskopleitern: Es gibt sie als Anlege- oder Stehleiter. Bei Bedarf können die Holme einfach kompakt zusammengeschoben und die Leiter platzsparend verstaut werden. Zum Arbeiten kann sie einfach auf die gerade benötigte Länge ausgezogen werden. Achten Sie beim Kauf darauf, dass sich die Leiter leicht und sicher ausziehen bzw. einrasten lässt.


Schiebe- und Seilzugleitern (bis zu 10 m Höhe): Sie werden ebenfalls hauptsächlich als Anlegeleiter genutzt, bestehen in der Regel jedoch aus zwei bis drei Elementen, die beliebig verschoben bzw. mit dem Seilzug gezogen werden können. Sie können eine Länge von bis zu 10 m haben.


Alu oder Holz?

Ein wichtiges Kriterium bei der Leiterauswahl spielt auch das Material. Die Stabilität ist bei Holz- und Aluminiumleitern ähnlich gut. Holz ist in punkto Elastizität jedoch besser als Aluminium. Die Auswahl an Holzleitern beschränkt sich allerdings auf Anlegeleitern oder zweiseitig begehbare Leitern. Aluminiumleitern sind im Vergleich zu Holzleitern sehr leicht, stabil und langlebig.


Gut aufgestellt

Wichtig beim Aufstellen der Leiter ist der sichere Stand. Auf glatten Böden müssen Rutschsicherungen am Holm angebracht sein (z.B. Gummifüße oder Gummiprofile). Für den Außenbereich eignen sich Stahlspitzen, die in den Boden gerammt werden, um ein Wegrutschen des Leiterfußes zu verhindern.

Gute Arbeit verrichten auch gebogene und verstellbare Leiterfüße, die die Unebenheiten des Bodens ausgleichen können und so einen standsicheren Halt der Leiter ermöglichen. Dadurch entfallen vorbereitende, meist unsichere Arbeiten wie Hölzer unter die Füße der Leiter legen oder Ähnliches.


Sicher in die Höhe

Kommt eine Leiter zum Einsatz, sollte zu jeder Zeit die Arbeitssicherheit des Nutzers beachtet werden. So sollte bei Leitern die allgemeinen Anforderungen und die Beschaffenheit je nach Verwendungszweck beachtet werden.


Leitern werden nach der EN 131 Norm gebaut. Das bekannte GS-Zeichen soll dem Benutzer eine gewisse Sicherheit geben. Das Zeichen sagt aus, dass es von einer unabhängigen Prüfstelle auf bauliche Sicherheit hin geprüft wurde. Der Hersteller sollte dem Nutzer den möglichen Einsatzzweck der Leiter empfehlen, was vielfach über Piktogramme an der Leiter erfolgt.

Leitern sollten zudem nur benutzt werden, wenn sie sich in einen einwandfreien Zustand befinden. Beim Einsatz von Steh- und Mehrzweckleitern ist es wichtig, dass alle Gelenke vollständig einrasten und die Spreizsicherung straff gespannt ist.


Wenn all diese Dinge beachtet und befolgt werden, sollte es zu keinem Unfall kommen. Denn Unfallursache Nummer eins bei Leitern ist vielfach die falsche und unsachgemäße Leiteraufstellung. Aber auch die Leiterhöhen werden vielfach unterschätzt. Nicht nur im Privaten ereignen sich viele Leiterunfälle, auch in Gartenbaufirmen werden jedes Jahr gut 700 bis 800 Unfälle gemeldet. Leiterunfälle sind häufig sehr schwere Arbeitsunfälle, die auch zu bleibenden Körperschäden führen können.


Alternative zu Leitern

Werden Arbeiten in noch größeren Höhen notwendig oder ist die Stellfläche unsicher oder gar ungeeignet, sollte über sichere Alternativen nachgedacht werden. Feste oder bewegliche Gerüste und Hubarbeitsbühnen wären dafür besser geeignet.


Sven Wachtmann, Vorstandsmitglied für Fachberatung



Foto: © Sven Wachtmann

Dokumente:
Thema43 Leitern
456.45 KB