Kleingartenpark Rosenthal Nord e.V.
Tipps für den Garten
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Verfasst am 30.04.2021 um 09:30 Uhr

Für einen lockeren Boden    

Gründüngung im Kleingarten    

Die Gründüngung ist ein gutes Beispiel zur Gestaltung und Bewirtschaftung im ökologisch angelegten Garten. Eine Gründüngung sollte in jedem Garten fester Bestandteil sein, denn sie bringt nicht nur dem Boden einen positiven Mehrwert.


Für lockeren Boden

Unter Gründüngung versteht man im engeren Sinne den Anbau bestimmter Kulturpflanzen (s. Tabelle im PDF unten), besonders im Zwischenfruchtanbau, und anschließende Einarbeitung im grünen Zustand in den Gartenboden. Die eingebrachte organische Masse hat eine düngende und humusfördernde Wirkung. Bei tiefwurzelnden Gründüngungspflanzen werden die tieferen Bodenschichten erschlossen und gelockert.


Ein weiteres Beispiel sind Stickstoffsammelnde Leguminosen, die mit Hilfe von Knöllchenbakterien den Boden mit Luftstickstoff anreichern. Neben ihrer Düngewirkung leisten Gründüngungspflanzen auch einen wichtigen Beitrag zur Bodenbeschattung und -bedeckung. Zudem schützen sie den Boden vor Abschwemmung und reichern die organische Masse des Bodens an.


Fruchtwechsel beachten

Wenn Sie sich für einen Einsatz von Gründüngungspflanzen entscheiden, müssen Sie jedoch an den Wechsel der Pflanzenfamilie denken. So sollten Sie keinen Senf auf Beeten aussäen, auf denen zuvor mit Kohlhernie befallener Kohl stand. Denn beide gehören zu den Kreuzblütlern, und der Erreger ist bis zu sieben Jahren im Boden aktiv.


Doch nicht nur phytosanitäre Gründe spielen hier eine Rolle, sondern auch der Nährstoffbedarf der Folgekultur. Bei einem Anbau von schwach zehrenden Gemüsepflanzen, sollten zuvor keine stickstoffanreichernden Leguminosen ausgesät werden. Bei stark zehrenden Gemüsepflanzen wäre sie jedoch die richtige Vorkultur.


Blühende Pollenspender

In der Regel werden Gründüngungspflanzen zwischen August und Oktober ausgesät und schützen so den Boden über die Wintermonate. Im Frühjahr, etwa zwei Wochen vor der geplanten Aussaat oder Pflanzung, wird die Gründüngung flach in den Boden eingearbeitet.


Für einen Gemüsegarten ist der Fruchtwechsel maßgebend. Steht dieselbe Gemüsekultur und nahe Verwandte immer wieder auf demselben Beet, können sich pflanzenspezifische Krankheiten entwickeln. Hier lässt sich eine blühende Gründüngung gut integrieren. Ein gutes Beispiel ist hier der „Bienenfreund“, auch Phacelia (siehe Foto) genannt, deren blaue Blüten Insekten viel Pollen und Nektar bieten. Neben weiteren Gründüngungspflanzen mit bienenfreundlichen Blüten wie Senf und Klee, lassen sich auch Sommerblumen gut einbinden. Studentenblumen (Tagetes) und Ringelblume (Calendula) können ebenfalls ganze Beete bedecken. So wird die Gründüngung im Garten eine abwechslungsreiche Gestaltung mit vielerlei Nutzen. Machen Sie mit und bringen auch Sie Flächen zum Blühen!


Sven Wachtmann, Vorstandsmitglied Fachberatung


Foto Phacelia: Pixabay

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